In memoriam Ricardo Loewe

Mexiko anders
Freitag, 9. Dezember 2022 ab 18 Uhr
Am 9. November ist Ricardo Loewe in Wien gestorben. Gemeinsam mit Edith Hanel und anderen hat er seit 2009 die Sendung des Solidaritätskomitees Mexiko Salzburg Mexiko anders gestaltet. 2017 wurde die Sendung mit dem Radioschorsch ausgezeichnet.
Der austro-mexikanische Arzt und Menschenrechtsaktivist ist 1941 in Mexiko geboren. Aus Wien stammte seine Mutter, der 1939 die Flucht nach Mexiko gelang, aus Frankfurt am Main sein Vater Paul Loewe, der schon fünf Jahre zuvor dem Naziterror entkommen war.
Erich Hackl beschreibt im sehr lesenswerten Nachruf in „Junge Welt“ und „Die Furche“ das hochengagierte Leben von Ricardo Loewe.
Edith Hanel schreibt im sehr persönlichen Nachruf auf ihren langjährigen Freund und Weggefährten:
„Ricardo hat uns in den letzten Jahren vorgelebt, wie es möglich sein kann, älter zu werden ohne Überheblichkeit, ohne sich zurückzuziehen, stets weiter zu lernen und weiter zu kämpfen und vor allem trotz aller Gräuel daran zu glauben, dass sich in dieser Menschheit auch etwas zum Positiven verändern kann. Dies hat er sich auch in seinen letzten Monaten behalten, in denen eine Hoffnung auf Gesundung immer kleiner geworden ist.
Er hat sich um diese bemüht, solange eine Chance in Aussicht stand, dann hat er sich auf das Sterben vorbereitet. Diesem ins Gesicht geblickt und nach kurzem Erschrecken festgestellt, dass wir im politischen Kampf ja auch nicht ohne Angst sind, sondern lernen, trotz Angst weiterzumachen und mit dieser Angst lernen zu leben und nicht aufhören zu leben, solange es möglich ist“
In der Dezemberausgabe von Mexiko anders bringen wir in memoriam eine überarbeitete Version der letzten Sendung, die Ricardo mit Edith am Krankenbett gestaltet hat.









Es hat mich sehr berührt, von meinem Namensvetter Ricardo Loewe und seinem beeindruckenden Lebensweg zu lesen. Sein Engagement für die Menschenrechte und sein Beitrag zur Sendung des Solidaritätskomitees Mexiko Salzburg „Mexiko anders“ sind inspirierend. Es ist bemerkenswert, wie er trotz aller Herausforderungen und der Konfrontation mit dem Sterben an seiner Hoffnung und seinem Glauben an positive Veränderungen in der Welt festgehalten hat. Sein Vermächtnis wird sicherlich weiterleben und Menschen dazu ermutigen, sich für eine bessere Welt einzusetzen.