André Heller – Mein Hauskonzert
Artarium

Sonntag, 13. Februar un 17:00 Uhr
“So, ein Lied übers Sterben – Sterben, eines meiner freudigsten Themen.” Der Wiener Allroundkünstler und Zeit seines Lebens Poet und Chansonnier André Heller feiert demnächst seinen 75. Geburtstag. In einem jetzt schon legendären Hauskonzert (es war am 6. Januar auf ORF III zu sehen), von dem es bald hieß, es sei “das eigentliche Neujahrskonzert”gewesen, gelingt ihm die erstaunliche Verschmelzung der Genres und Generationen, die seinen musikalischen Lebensweg geprägt haben. Und zwischendrin erzählt er Geschichten, die alle Grenzen zwischen damals und heute, Diesseits und Jenseits, Realität und Phantasie auflösen – in dem einen rauschhaften Moment gelingenden Lebens, der wie das Leben selbst hier und jetzt stattfindet. So wie in “Papirossi” …
Das inwendige “Sowohl als auch”von Freude und Traurigkeit, Liebeund Verlust, Wehmut und Seligkeitin der Themenauswahl verdankt er auch der Wiederentdeckung seiner jüdischen Kulturtradition. In Liedernwie “Leon Wolke”, “Onkel Jakob”oder einem genial neu arrangierten “Dem Milners Trern” kommt jene Lebensweisheit ganz unaufgeregt wieder zum Vorschein, die wir heute in Österreich so schmerzlich vermissen. Und weil das schöpferische Grenzgängertum des André Heller auch an den eigenen Übergängen von Leben und Tod rüttelt, und wir gerade unseren lieben Kollegen Roman Reischl verloren haben, spielen wir diesmal einen Zusammenschnitt von besonderen Momenten aus dem besonderen Hauskonzert. Live und unplugged mit Robert Rotifer, Ernst Molden, Der Nino aus Wien, Voodoo Jürgens, Marwan Abado und den Neuen Wiener Concert Schrammeln et cetera pp.
Ebenfalls zu hören André Hellers Anekdote vom “toten Hundertwasser”, in welcher er mehrfach vom Wienerischen ins Hochdeutsch wechselt – und wieder zurück:
I bin in a Taxi eingstiegn – jedes Wort ist wahr, das ich jetzt erzähle – und da Taxler schaut mi on und sogt: „So a Ehre fia mi, doss sie mit mia foan, Herr Hundertwasser.“ I sog goa nix. I sog goa nix und denk ma, wonna wü, doss i da Hundertwasser bin, bin i da Hundertwasser.
Wir foan los, i schau – in seinem Rückspiegel die Entwicklung seines Gesichtes an– ea foad, und plötzlich merk i – da braut sich ein Gedanke zusammen in dem Taxifahrer – und i waaß ned, denk ma, boid wiada irgendwos sogn, vielleicht kummda auf wos drauf oda wos – und dann macht er was ganz Gefährliches: während ea so foad dreht er sich so um zu mir – und sogt: „Es is mia jetz so unongenehm – sie sand jo scho tot.“
Und i bin weidagfoan und ea woa sicha, do hintn sitzt da dode Hundatwossa und die Gschicht hod si.
In diesem Sinn …
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Sendungen zum Nachhören
Das wilde Denken
Aha, wohl eine Sendung über Hannah Arendt, die ja gesagt haben soll, “Denken ist Zwiesprache mit sich selbst.“ Und über die unlängst ein ziemlich genialer Dokumentarfilm mit dem Titel “Denken ist gefährlich” erschienen ist? Aber nicht doch … oder … das kommt schon auch noch.…
The Unternationale
Meine Großmutter war schon eine eigenartige Frau. Sie wohnte seit den 50er Jahren bei ihrer Tochter, meiner Tante, die zeitlebens eine überzeugte Nationalsozialistin war. Und dennoch (oder gerade deswegen) versorgte sie mich während meiner gesamten Jugendzeit mit Literatur vornehmlich jüdischer Autoren. So zum Beispiel Friedrich…
Engel des Erinnerns
Unlängst ist Misha Schoenebergs neuer Roman erschienen: “Vielleicht wollte er gar nicht schweigen, er fand bloß die Worte nicht.” Ein insofern bemerkenswertes Buch, als es sich mit dem Nachhall des Schweigens der Kriegsgeneration im Leben ihrer Kinder auseinandersetzt. Mit dem, was diese als oft schwer…
Incontro culturale
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Alex is Corner
“Seit einem viertel Jahrhundert … eine der ersten Sendungen auf der Radiofabrik … CornerRadio … ebenfalls seit 25 Jahren mit dabei … unser lieber Kollege Alex Habitzreuther …” So und so ähnlich klingen die sich in letzter Zeit häufenden Würdigungen seines bemerkenswerten Engagements, das ihn…

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