Artarium – Im Fluss
Baden in der freien Natur (ist die eh noch da?), fürs Plantschen und Schwimmen und Zeitvergehenlassen in Flüssen, Bächen oder Seen. Gehts euch doch brausen – aber bitte im Wasserfall! Nie war es so wertvoll wie heute, sich den Elementen der nicht verwalteten Welt hinzugeben. Ringsumher regieren Künstlichkeit und Zwang, doch der Mensch erinnert sich stets seiner Natürlichkeit, sobald er wieder eintaucht ins Fließende. Hier und Jetzt. In den wohltuenden Fluss irgendwo da draußen, wo kein Business das Sein verschandelt und kein Bademeister sich ins Mein oder Dein einmischt. Wo das lange Eingesperrtsein von einem abfällt wie ein böser Traum und das Leben feuchtfröhliche Urständ feiern kann – sofern sich Sonnenschein ausgeht.
Wie umfassend bereichernd so eine Erfahrung im naturbelassenen Fluss werden kann, das beschrieb schon Bertolt Brecht im von Konstantin Wecker kongenial vertonten Poem “Vom Schwimmen in Seen und Flüssen“, das wir unserer heutigen textmusikalischen Hörbildcollagevoranstellen, und in deren Mitte wir den vielschichtig interpretierbaren Sommersong “Im Fluss” unseres aus der ach so schönen Stadt Salzburg erfolgreich entsprungenen Kollegen Marwin Tea vorstellen. Und ungeachtet unserer Bekanntschaft, das hier verlinkte Video ist ausgezeichnetgemacht. Es lädt auf mehreren Ebenen dazu ein, sich auch der Metaphernwelt des “Im Fluss Seins” ebenso verspielt wie spaßernst anzuvertrauen. So wie das sich mit der Zeit immer besser anfühlende “den Fluss des Lebens hinunter treiben lassen”.
Denn, seien wir mal ehrlich, genau das macht das Leben von uns Menschen aus.
So verläuft es – von der Quelle bis zur Mündung – nie langsamer und nie schneller. Einfach immer seine Strecke lang, eingebettet in einen erstaunlichen Kreislauf aus Werden und Vergehen, aus Verwandlung und Wiederkehr. Wozu sich also mit dem angestrengten Turmbau zu Immernochhöher, Immernochbesser und Immernochmehr aufhalten, wo doch das Leben des gesamten Planeten ein einziges Immernurfließen ist, das keine noch so aberwitzige Konstruktion je verändern kann? Let it flow …
Das Leben lebt, es ist ein wunderschöner Sommertag (Gisbert zu Knyphausen)
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Sendungen zum Nachhören
Preissnbeisser
Zum Tag der unschuldigen Kinder vollführen wir wieder einen Zeitsprung. Und zwar in jene Zeit, in der wir wie von selbst anfingen, hinter der “heilen Welt”, die man uns vorführte (und in die man uns verführte?), jene “anderen Welten” zu erahnen, die das Wesentliche berühren…
Licht und Schatten
Licht und Schatten ist ja nun wirklich ein vortreffliches Thema zur Wintersonnenwende, weil es die physikalischen Gegebenheiten dieses Phänomens auf den naturwissenschaftlichen Punkt bringt. Nichtsdestoweniger sind rund um diesen winterlichen Wendepunkt im Verhältnis von (Erd)Schatten und (Sonnen)Licht auch allerhand andere Aggregatzustände, etwa in der menschlichen…
Everybody Scream
Die Vorstellung dieses Albums entsprang zunächst einem internen Auffassungsunterschied: Unentrinnbar deutlich sind Wut und Verzweiflung und damit einhergehend zornige Aggression und brutale Gewalt in der Stimme von Florence Welch wahrzunehmen, was die einen erschreckt, verängstigt und verstört – andere hingegen anzieht, neugierig macht und fasziniert.…
Lebens Geschichten
Geschichten, die das Leben erzählt, spiegeln sich in den Menschen, die sie erlebt haben – nein, eigentlich auch immer noch erleben. Und wenn sie das tun, also von ihrem Erleben erzählen, dann verlebendigen sie ihre Erfahrungen für uns andere und “der sprichwörtliche Funke” kann regelrecht…
Rebellen und Revolutionäre
Wenn wir an Rebellen denken, dann kommen uns zunächst die rebellischen Posen all der “angry young men” aus der Popkultur in den Sinn, des weiteren wohl auch allerlei gegen irgendein Unrecht Aufbegehrende und nicht zuletzt unzufriedene Frauen wie zum Beispiel Pussy Riot. Wenn allerdings von…










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