Nachruf Georg Daxner (1960 – 2014)
Wir trauern um Georg Daxner, Gründer und Leiter des Winterfest.

Bei einer Wanderung am Salzburger Untersberg vergangen Samstag verlor Georg Daxner auf einem schmalen Steig den Halt und stürzte in der Weißbachschlucht im Bereich der Kienbergalm in ein Bachbett. Er verunglückte tödlich.
Pionier & Visionär – Georg Daxner machte den Salzburger Winter zum Fest. Vor 16 Jahren war ein zugeschneites Auto das Einzige, das im Salzburger Volksgarten zu sehen war und einen einsamen Radfahrer auf eine Idee brachte, die den Salzburger Winter für immer verändern sollte. Heute steht an dieser Stelle das größte Festival für zeitgenössische Circuskunst im deutschsprachigen Raum. Das Salzburger Winterfest ist die wirklich gewordene Vision eines außergewöhnlichen Mannes, der das Träumen nie aufgegeben hat.
Aufgewachsen in Baden bei Wien, lebte Georg Daxner mit seiner Familie seit 1981 in Salzburg. Als Kulturmanager fing er im Kulturgelände Nonntal an, wo er bald für das Programm verantwortlich war. Als eines seiner ersten Engagements lud er die Gruppe Cirkustheater Federlos nach Salzburg, der er begeistert als Mitglied in die Schweiz folgte. Die Faszination? Das Nomadische des Zirkus’, das „Aus-dem-Boden-Stampfen“ der Infrastruktur, jedes mal aufs Neue, die ständige Veränderung.
Seine erste Begegnung mit dem Nouveau Cirque hatte er am Donaufestival in Krems mit Que-Cir-Que und er war so begeistert, dass er den zeitgenössischen Circus mit nach Salzburg in den Volksgarten nahm – auf eigenes finanzielles Risiko, mit allen verbundenen Konsequenzen. Doch die Idee zündete und nach 14 Jahren ist das Festival zu einem festen Bestandteil der Salzburger Kulturszene und des Salzburger Winters geworden.
Georg Daxner hat in seinem Leben viele Rollen eingenommen, eine Konstante war für ihn fixer Bestandteil: Kunst zu ermöglichen. Verbunden mit dem Mut zu scheitern. „Kunst ist nur dann legitim, wenn sie langfristig berührt, wenn sie beglückt, traurig macht oder bestürzt. Denn Kunst ist, was bleibt.“
Das Winterfest 2014 wird in diesem Sinne gefeiert.
Die Radiofabrik brachte im „Magazin um 5“ am Dienstag, 14.10. einen Nachruf, diesen gibt es hier Nachzuhören:
3 Kommentare
Georg Daxner ist am 22. November 1959 geboren. Er wurde 54 Jahre alt. Morgen wäre sein Geburtstag.
Nun sind bereits 8 Jahre vergangen, aber ich denke noch regelmäßig an Georg Daxner, der Salzburg mit seinem Zirkus etwas verspieltes und künstlerisch hochwertgies beschenkte.










Der Wanderer
Am Untersberg, wo kühler Wind
durch Fichten flüstert leis geschwind,
da ging ein Mann mit weitem Blick,
ein Träumer, der an Zukunft strickt.
Der Steig war schmal, der Tag schon spät,
der Himmel trug ein still Gebet –
und Weißbachs Schlucht, so tief und klar,
nahm ihn in ihre Arme dar.
II. Der Visionär
Aus Baden kam er einst herbei,
wo Jugend still im Herzen sei.
Doch Salzburg wurde ihm zur Welt,
zum Zirkuszelt, zum Lebensfeld.
Ein Rad, ein Schnee, ein leerer Park –
und plötzlich ward die Zukunft stark:
Ein Winterfest, aus Traum geboren,
das nie mehr aus der Stadt verloren.
III. Der Nomade des Lichts
Er liebte, was der Zirkus kann:
das Wandern, Werden, Untertan
dem Zauber, der aus Nichts entsteht,
wenn man die Welt im Kreise dreht.
Er zog mit Federlos hinaus,
ließ Heimat sein, fand neues Haus.
Das „Aus-dem-Boden-Stampfen“ sacht
war ihm wie Feuer in der Nacht.
Nun schweigt der Steig, der Bach rinnt fort,
der Wind verweht den letzten Ort.
Doch wer ihn kannte, weiß genau:
Er lebt in Zelten, Licht und Schau.
Im Winterfest, im Kinderblick,
im ersten Staunen – Stück für Stück.
Dort wandert er, in jedem Traum,
durch jeden Kreis, durch jeden Raum.