Hörenswert: Momoko Gill & Matthew Herbert – “Clay”

Traditionelles Songwriting trifft hier auf futuristische Sounds.
Zusammen mit Matthew Herbert veröffentlicht die britische Schlagzeugerin und Sängerin Momoko Gill ein eigenwilliges Elektro-Pop-Album mit avantgardistischen Zügen. “Clay” ist ein offenherzig-stimmungsvolles Album, das gleichzeitig unbeschwert und verzweifelt klingen kann. In ihren besten Momenten erschafft das Duo so magische Klangwelten in schlichter und reduzierter Schönheit.
Hörenswert. Das RF-Album der Woche ist zu hören am Freitag, 19.12.2025 ab 14:08 Uhr, Wiederholung am Donnerstag, 25.12.25 ab 00:00 Uhr.
Ein tiefer, schlichter Synthie-Klangteppich, ein Paar Rimshots. Dazu gesellt sich Momokos zarte Stimme. Das ist schon alles. Mehr braucht es nicht, um hier eine Atmosphäre zu schaffen, die obgleich aller Gelassenheit und Schlichtheit ein Spannungsfeld aufbaut, das zwischen Pop und Avantgarde, zwischen An- und Entspannung und zwischen Dunkelheit und Licht pendelt. Und irgendwie sind wir uns nicht ganz sicher, ob es gerade in den Club oder morgens aus dem Club nach Hause geht. Jedenfalls scheint es schon zu dämmern.
Clay” ist ein raffiniert gemachtes Album mit klarer Linie. Die instrumentelle Grundlage liefert eine Klangcollage aus diversen Alltagsgeräuschen, Schlagzeug, Klavier und Synthie-Sounds. Es ist der Blick eines Klangkünstlers, der mit offenen Ohren durch die Welt geht. Diese Machart vermittelt ein Gefühl der Alltäglichkeit und Selbstverständlichkeit. Geschickt gesetzte Loops und Modulation machen das Übrige aus.

Auch wenn das Duo auch manchmal richtig böse, wie auf “More and more” klingen kann, ist “Clay” ein Album der leisen und gefühlvollen Töne. Dabei wird ausdrucksstarke, aber nicht gerade starke Stimme gekonnt in Szene gesetzt, Die Fülle schafft der Chorus-Effekt. und der viele Raum drumherum.
Die besten Momente des Albums sind sowohl die leicht experimentell angehauchten Nummern, wie das getragene “Circle Shore” mit sehr schönen Schlagzeugspiel, als auch die stimmungsvollen Songs wie das gelassene “Need to Run” mit seiner ganz eigenen Stimmung zwischen Up- und Downbeat.
Nur ganz selten klingt “Clay” etwas sperrig und die ein oder andere Kollage etwas sehr komplex. Ab und an ist vielleicht dann doch ein Loop zu viel gesetzt worden, oder ein etwas zu poppiger Ansatz gewählt worden. In manchen Phasen mag so der Funke vielleicht nicht ganz überspringen. Das hat das Duo wohl mit James Blake gemeinsam, in dessen musikalischer Verwandtschaft sie stehen.
Doch Insgesamt ist “Clay” ein ausdrucksstarkes, aber etwas durchwachsenes Album, das einige sehr starke Momente besitzt und gut durchzuhören ist. Solange warten wir mit Spannung auf die Veröffentlichung von Momoko Gills Soloalbum, das am 13. Februar ebenfalls auf Strut Records erscheinen wird.
“Clay” ist am 27. Juni 2025 auf Strut Records erscheinen.
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