Hörenswert: Work Money Death – “A Portal To Here”

Das Leben und der Tod.
Mit aller Gelassenheit und ganz ohne Zeitdruck entfalten sich die vier Titel der britischen Jazz-Formation und thematisieren dabei fast programmatisch die großen Themen des Lebens. Auf “A Portal To Here” erinnert uns Work Money Death mit jedem Ton daran, was wirklich wichtig ist.
Hörenswert. Das RF-Album der Woche ist zu hören am Freitag, 05.06.2026 ab 14:08 Uhr, Wiederholung am Donnerstag, 11.06.26 ab 00:00 Uhr.
Der Beginn des Albums gehört allein dem Kontrabass und seinem schwebenden Ostinato. Dazu gesellen sich die sphärischen Töne der Harfe gepaart mit einem majestätisch anmutenden tiefen Gong. Erst ein paar Takte später steigt Saxofonist Tony Burkill ein und lässt uns seinen hymnisch expressiven Ton zu Ohren kommen. Erst nach und nach beginnen Schlagwerk, Klavier und Harfe ganz langsam damit, das Saxofon zu begleiten, zu untermalen und die Melodien fortzuspinnen. “Pain Becomes Prayer And The Prayer Becomes A Song “ dauert geschlagene 12:27 Minuten und lässt letztendlich auf der Basis der Improvisation Solo und Begleitung unzertrennbar miteinander verschmelzen. Das klingt unglaublich tiefschürfend, hymnisch und spirituell.
Neu ist das nicht. Denn Work Money Death machen fast genau da weiter, wo einst Musiker wie Sun Ra, John Coltrane, Albert Ayler aber allen voran Pharoah Sanders 1960er Jahren angefangen haben. Selbst nannten sie diese Art von Musik das ‘New Thing’. Das Subgenre ‘Spiritual Jazz’ war entstanden.

ausgewogenes Spannungsfeld zwischen Expressiven und Meditativen
Soweit zur Geschichte. Während viele Mitglieder der hyperaktiven und sehr kreativen zeitgenössischen britischen Jazzszene sich mit Hip-Hop oder Dubstep beschäftigen, knüpfen Work Money Death an diesem schon über 60 Jahre alten Genre an. Was etwas antiquiert klingen mag, entpuppt sich als ein grandioses Jazz-Album, bei dem das Zusammenspiel und die gemeinsame Entwicklung im Fokus steht. Dabei schafft es Work Money Death, die Musik im ausgewogenen Spannungsfeld zwischen Expressiven und Meditativen zu halten.
Voll von fantastischer Improvisation tranceartigen Grooves kommen die vier Nummern auf gute 52 Minuten Gesamtspielzeit, auf denen uns auch genug Zeit zum Luftholen gelassen wird. Mit unverhohlener Kapitalismuskritik geht es bei Work Money Death allein um die Größe des Moments, um Emotionen und nicht um den allgegenwärtigen Leistungsgedanken, der inzwischen jeden Parameter der menschlichen Existenz im Kapitalismus beansprucht.
Work Money Death entwickeln auf “A Portal To Here” einen Sog, der mal meditativ, mal schamanistisch oder auch expressiv klingen kann, aber immer groovig und gelassen bleibt. Die Musik von Work Money Death kommt hörbar vom Herzen, ist voll von Emotionen und Lebendigkeit. Sehr gelungen.
“A Portal To Here” ist am 13. Februar auf ATA erschienen.
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Personel
- Neil Innes (bass)
- Sam Hobbs (drums)
- Johnny Richards (piano)
- Alice Roberts (harp)
- Ben Powling (baritone saxophone)
- Richard Ormrod (woodwind)
- Kev Holbrough & Steve Parry (brass)










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