Artarium: Die Büchse der Corona
Sonntag, 29. März 2020 ab 17:06 Uhr (WH am Mo, 30.3. ab 14:06 Uhr):

Albert Uderzo ist tot. Das betrübt viele von uns, aber immerhin wurde er über 90 Jahre alt. Sein kongenialer Partner René Goscinny dagegen verabschiedete sich schon mit 51 von der Welt, allerdings mit einer schwer überbietbaren Schlusspointe: Er erlitt mitten in der Untersuchung bei seinem Kardiologen einen Herzinfarkt, als der ihn auf einen Ergometer setzte. Wir bedanken uns bei beiden für die Erfindung des “globalen gallischen Dorfs” und wollen auch fürderhin so unbeugsam sein wie dessen Bewohner, zumal wir bedingt durch die akute Corona-Pandemie nach wie vor von zuhause produzieren. In dem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass der Bösewicht im Asterix-Band Nr. XXXVII (Asterix in Italien) Coronavirus heißt – nur halt nicht in der deutschen Übersetzung.
Die Begründung des für dieselbe zuständigen Klaus Jöken klingt nach doppelt eingesprungenem Insiderschmäh und beweist, dass für manche auch die verzwirbelte Wendeltreppe den Denkweg zur Assoziation darstellt. Caligarus? Geh bitte! Und was tut sich in der Welt der realen Zaubertränke und Fake Facts? Glauben Amerikaner tatsächlich, dass COVID-19, auch kurz “Corona”, durch den Genuss einer mexikanischen Biersorte (!) übertragen wird? Wo ist der Harry Lesch, wenn man ihn so dringend braucht? Ach ja, hier erklärt unser Held der Zahlen und Fakten einmal verständlich, wie man diverse Corona-Statistiken (Sterberate etc.) interpretieren kann. Oder hier eine Gesamtdarstellung aktueller Forschungsergebnisse zum Thema (wenn auch etwas reißerisch und massenkompatibel aufbereitet). Auf jeden Fall bleiben wir dabei: In Zeiten wie diesen, wo Verschwörungsesoteriker und ihre Gläublinge alle Welt medial mit ihren Schwindligkeiten infizieren, ist der Herr Professor ein Fels in der Brandung des Aufgeregten. Genau wie Peter Filzmeier im Hysterium der heimischen Innenpolitik. Was uns nunmehr zur Situation in Österreich und in uns selbst führt.
In dieser Sendung betrachten wir erstens die Vergewaltigung von Kunst und Kultur zum Zweck des Geldmelkens am Beispiel des Après-Ski in Ischgl. Dazu der “Herr Gesundheitslandesrat von Tirol” im ZiB 2 Interview. Zweitens widmen wir uns der Innensicht auf die unsichtbare Bedrohung, zumal wir ja derzeit alle in emotionalen Turbulenzen hausen. Und drittens zitieren wir (im Kontext individueller Schicksale vor globalen Ursachen) Konstantin Weckers “Stürmische Zeiten, mein Schatz”, dessen Refrainzeile “Leben ist Brücken schlagen – über Ströme, die vergehen” aus dem Gedicht “Schleierkraut” von Gottfried Benn die Hoffnung des Menschseins anrührt.
War da zuletzt nicht auch Hoffnung – in der Büchse der Pandora?
Gesundheit!
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Sendungen zum Nachhören
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