Gibt es Osterhasen?
Artarium
Sonntag, 17. April 2022 ab 17:06 Uhr
Zuerst der päpstliche Ostersegen – und jede Menge christlichen Mullah-Tschack noch dazu:
Homosexualität ist vom Teufel!
Und Osterhasen gibt es nicht!
Stattdessen Krieg und Weltzerstörung im Namen der Realität: Die Ernste des Lebens oder Die Realitäter mit Werbeagentur.
“Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Früher waren sie Kinder, dann wurden sie Erwachsene, aber was sind sie jetzt? Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.”
Tief im eigenen Ich versteckt ist dieses Menschenkind, das wir alle einmal waren und mit dem gemeinsam wir Mensch sein könnten – wenn wir das, woran es in uns glaubt, wichtiger nähmen als eine schwindlige Weltpolitik.

Etwa den Brief, den es mit 5 Jahren an den Osterhasen geschrieben hat. Vor allem das, was es damals als seinen Wunsch für sein gedeihlich aufkeimendes Leben formuliert hat – passend zur Frühlingsstimmung. Das hätte uns durch die Jahre begleiten sollen – nicht rationalisiertes Erklärgeschwafel von wegen “Erziehung zur Anpassung” an die “Realität der herrschenden Verhältnisse”. Und auch wenn Werbeagenturen gemeinhin dafür bekannt sind, als feindliche Invasoren in unser Unterbewusstsein einzudringen, so zeigen doch einzelne Beispiele gelegentlich echten Kunnstverstand jenseits von Markt und Manipulation. So wie dieses Foto von Erik Ravelo Suarez, der unter anderem in der Benetton-Fabrica arbeitete und dessen provokative Installationen sich inzwischen zu einem globalen Street-Art-Phänomenentwickelt haben. Oder auch eins unserer früheren Lieblingsbeispiele, das Video “Get Closer”, das Jung von Matt/Limmat 2011 für Pro Infirmis in der Schweiz produziert haben. Jedes wem auch immer innewohnende Kind, das sich noch immer ausdrücken darf und das noch dazu wahrgenommen wird, reagiert auf derartige Darstellungen mit wachem Interesse.
Wir sollten ihm den Frühling nicht verderben.
Und uns selbst …
Du kannst deine Gefühle nämlich nicht abspalten – auf jeden Fall nicht auf Dauer. Im Angesicht des Todes mag wohl alles nichtig und lächerlich sein, aber spüren werden wir es, dass wir sterben. Da hilft kein Morphium und auch kein Erwachsensein. Und schon gar keine lebenslang eingeübte Gefühlsstarre. Und Pseudogefühle, die bloß reizausgelöste Reaktionsgebärden zur Vorspiegelung erwünschter Verhaltensweisen sind, haben da schon gar keine Gültigkeit. Es geht um den Mut zum Mitgefühl, auch mit sich selbst. Und mit dem Anderen, auch in sich selbst.
Denn, ja da schau her:
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