“Der Krieg ist nicht vorbei, wenn er auf den Schlachtfeldern endet. Er geht weiter in den Herzen und Hirnen der Kinder.”
(artarium 2011 – Museau & Sternenhund)
So sprach ich als Jugendlicher zu meiner Mutter, die den 2. Weltkrieg noch selbst erlebt hatte, wenn sie daran Anstoß nahm, dass da etwas in mir wütete oder in Trümmern lag. Rückblickend betrachtet waren das weise Worte aus dem Mund eines damals vielleicht 12-jährigen, denn wie man heute weiß, wirken sich die traumatischen Erlebnisse der Eltern- und Großelterngeneration in ihren Nachkommen weiter aus, prägen oft sogar deren Ängste, Wünsche, Träume oder Verhaltensweisen. Der Dokumentarfilm “Der Krieg in mir” von Sebastian Heinzel beschreibt, wie eine solche “Vererbung” durch epigenetische Veränderung stattfinden kann. Und er sucht auch nach Lösungen …
Als ob mir das Trauma des 2. Weltkriegs (das mir meine Eltern hinterlassen haben) nicht schon genug wäre, entdeckte ich unlängst auch noch die Feldpostbriefe meines Großvaters aus dem 1. Weltkrieg. Und der war ab 1914 Offizier in jener österreichisch-ungarischen Armee, die unter dem unseligen Oskar Potiorek (den manche Zeitzeugen als zunehmend unzurechnungsfähig wahrnahmen) dreimal hintereinander vergeblich versuchte, Serbien einzunehmen. Stattdessen wurde sie jedesmal unter immensen Verlustenhinaus geworfen. Auch mein Großvater landete schon im Oktober 1914 im Lazarett, was er nur sehr knapp überlebte, wie mir berichtet wird. Da gratuliere ich mir jetzt aber ausdrücklich und “mit klingendem Spiel” zu diesem ausgewachsenen Mehrgenerationentrauma in meinem lyrischen Kosmos und wundere mich über ganz vieles gar nicht mehr. In der Geschichte dieses Landes und seiner Insassen sind kasperlhafte Politiker nebst ihren hysterischen Feindbildern dermaßen Tradition, dass auch in dieser Hinsicht an epigenetisch eingeschriebene Verhaltensreflexe gedacht werden muss. Hurra, der Untergang des Abendlands ist unausweichlich und wir werden alle sterben. Aber bitte mit Stil. Das ist halt nicht ganz so einfach, wenn du verreckend im Dreck liegst.
Dass wir Krieg verabscheuen, das haben wir in unseren Sendungen immer wieder deutlich gemacht. Dass es aber nach wie vor Menschen gibt, die derlei befürworten, ja sogar betreiben und davon profitieren, das bestürzt uns aufs erschreckendste, zumal wir die über Generationen fortwährenden Spätfolgen dieses Wahnsinns in und um uns wahrnehmen und deren Auswirkungen auch in unserem Alltag erleiden müssen. Hier können die eingangs erwähnte “Suche nach Lösungen” und die von Sebastian Heinzel im Selbstversuch unternommene “Traumatherapie”zum Einsatz kommen …
Die begleitende Voraussetzung ist unsere gemeinsame Forderung: Nie wieder Krieg!
Dass es hier in nächster Zeit die eine oder andere musikalische Neuentdeckung zu erleben gibt, das hat sehr viel mit Hans Webersdorfer zu tun. Besser gesagt mit der nach ihm benannten Straße im Süden Salzburgs. Dorthin werde ich nämlich jetzt eine Zeit lang unterwegs sein.…
Machen wirs kurz: Im Jahr 2025, als wir selbst gerade mit der Produktion unserer dokumentarischen Erzählung “IN BETWEEN. Ein Doppelportrait” beschäftigt waren, geriet ein lieber Kollege, den ich noch aus seiner Salzburger Zeit kenne, in den Fokus unserer Aufmerksamkeit. Mwita Mataro hatte da soeben seinen…
Nach über 15 Jahren gedeihlicher Zusammenarbeit schließt sich hiermit einer von nicht wenigen Kreisen, die eine spontan-assoziative, musik/textdramaturgische sowie themenvielfältige Arbeitsweise wie die unsere immer und immer wieder in neugieriger Bewegung gehalten haben. “A Mediterranean Odyssey” von Loreena McKennitt, ein ganzes Album, das im Zusammenwirken…
Ein Mann sitzt im Gefängnis. Warum? Für wie lange? Man weiß es nicht. Das einzige, was wir wissen, ist, dass er in Einzelhaft ist und dass er sich dabei sehr genau beobachtet: “Und nun hat man mich mit dem Wesen allein gelassen, nein, nicht nur…
Aha, wohl eine Sendung über Hannah Arendt, die ja gesagt haben soll, “Denken ist Zwiesprache mit sich selbst.“ Und über die unlängst ein ziemlich genialer Dokumentarfilm mit dem Titel “Denken ist gefährlich” erschienen ist? Aber nicht doch … oder … das kommt schon auch noch.…
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