Hörenswert: Marla Kether – “Luso”

Als Bassistin, Djane und Produzentin dreht sich bei der gebürtigen Londonerin mit kongolesischen Eltern alles um Beats, Bass und Dancefloor-Sounds.
Ihre soeben erschienene EP “Luso” besteht aus fünf clubtauglichen und enorm unterhaltsamen Tracks, die in den unendlichen Weiten der Post-Jazz-Elektronik und der Global Sounds anzusiedeln sind.
Hörenswert. Das RF-Album der Woche ist zu hören am Freitag, 30.10.26 ab 14:08 Uhr, Wiederholung am Donnerstag, 05.11.26 ab 00:00 Uhr.
Marla Kether ist momentan so richtig am durchstarten. Gerade eben tourt sie als Bassistin von Rapper Little Simz mit den Gorillaz durch Nordamerika, um danach zurück in London die ersten Mainacts mit ihrer neuen achtköpfigen Formation zu spielen. Und so mittendrin veröffentlichte Kether noch schnell vorliegende EP, die zweite nach “All That We Have” (2023).
Für “Luso” holte sich Kether Gastsänger und Rapper mit ins Studio, die ihre Stimmen auf vier Nummern beisteuern. Nur der Opener der EP “A Jam In Paranoá” ist instrumental und wurde von Kether unter ihrer Leitung in Brasilien aufgenommen. Es ist ein eleganter Jam mit einem knackigen Gitarrenriff und Bossaflair. Das ist schon tanzbar, doch im weiteren Verlauf bekommen wir noch richtig bösen technoiden Afro-House, komplexen Broken Beat und hymnischen Samba um die Ohren und in die Beine.

“For me, it wasn’t too difficult to branch off into my own sound. The artists I play with lie predominantly within the R&B, jazz, Afrobeat and hip-hop realms; while my music has elements of these genres, it’s always rooted in dance music. Differentiating from their vision and sound is also made easier seeing as my life experience and music perspective differs greatly.As someone of Congolese heritage, I grew up listening to Soukous and Ndombolo music, and so those references are imbued in tunes like Nubiyan Twist’s “Morning Light”. Additionally, my brand of music incorporates electronic influences: I started producing and DJing more or less at the same time.” Marla Kether
Die Musik, von der Kether hier spricht, ist gekonnt für Clubs produziert und im guten Sinne auf Gefälligkeit getrimmt. Geschickt mischt die DJane hier Live-Recording, elektronische Produktion und Vocals zu einem lebendigen und warm klingenden Ganzen zusammen.
Die Gästeliste mit den Rappern Mez, Reek0, der Sängerin Sofia Grant und Margaridas ist clever zusammengestellt und jeder Titel scheint auf die jeweiligen Vocals entsprechend zu einem homogenen Sound-Ganzen zugeschnitten worden zu sein.
In der Welt von globalen Clubsounds ist Kethers EP “Luso” ein smarter und anspruchsvoller Lichtblick, der ohne Plattitüden auskommt. Interessanter wäre da sicherlich noch der Liveact samt achtköpfiger Formation und vielleicht auch ein paar ‘Extended Live-Versions’.
“Luso” ist am 16 Oktober 2026 auf Strut erschienen.
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