The Final Cut
Artarium am Sonntag, 10. April 2022 ab 17:06 Uhr
Endlich ein ganzes Pink-Floyd-Album, wiewohl es als letztes gemeinsam gemachtes (vor Roger Waters’ Abgang) eigentlich auch als sein erstes Soloprojekt unter Mitwirkung von Pink Floyd gilt: The Final Cut (1983) ist ein Konzeptalbum gegen den Krieg im allgemeinen mit einem speziellen Ausblick auf die drohende Auslöschung der Menschheit durch Atomwaffen. Derzeit gibt es weltweit etwa 13.000 Nuklearsprengköpfe. On top of the Klimawandel – sind wir also schon über den “Point Of No Return” hinaus? Roger Waters, der hier speziell auch in den Texten den Verlust seines Vaters im Zweiten Weltkrieg bearbeitet, eröffnet uns damit einen zeitlos gültigen Einblick in die seelische Verwüstung jedweden Kriegs – in den Herzen und Hirnen der Kinder.

Unlängst stieß ich auf sein neues Video von “The Gunner’s Dream” und war erstaunt, wie prophetisch er damals das Szenario vom “Mann, der die Welt rettete” vorwegnahm. Es kann jederzeit wieder passieren, doch wahrscheinlich nicht mehr mit einem so selbständig denkenden Menschen wie Stanislaw Petrow in dieser “entscheidenden” Position. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, wie es heißt, oder wie ich in längst überfälliger Umwandlung von Dr. Martin Luther zu sagen pflege: “Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich heute noch ein Blümchen schön finden.”
Roger Waters, den seine lebenslange Beschäftigung mit Unsinn und Ungerechtigkeit von Kriegen zu einem sehr radikalen Pazifisten werden ließ, stellt dabei aber immer wieder auch seine Vision von Mitgefühl und Menschlichkeit dar, so wie etwa 1999 in “Each Small Candle”, das auf einem Schlachtfeld im Kosovokrieg spielt. Es geht nämlich nur um die Empfindungen und Handlungen der einzelnen Betroffenen und nicht um irgendwelche großkopferten Wahnideen vom tausendjährigen Imperium Pimperle oder sonst einen Schwachsinn, der todbringende Sachzwänge scheißt …
“Wenn ich wüßte, dass morgen mein Apfelbäumchen umfällt, würde ich heute noch alle Herrschaft und Unterdrückung beenden.”
Norbert K. Hund
Sendungen zum Nachhören
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Austrodrama – Album von Mwita Mataro
Machen wirs kurz: Im Jahr 2025, als wir selbst gerade mit der Produktion unserer dokumentarischen Erzählung “IN BETWEEN. Ein Doppelportrait” beschäftigt waren, geriet ein lieber Kollege, den ich noch aus seiner Salzburger Zeit kenne, in den Fokus unserer Aufmerksamkeit. Mwita Mataro hatte da soeben seinen…
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Ein Mann sitzt im Gefängnis. Warum? Für wie lange? Man weiß es nicht. Das einzige, was wir wissen, ist, dass er in Einzelhaft ist und dass er sich dabei sehr genau beobachtet: “Und nun hat man mich mit dem Wesen allein gelassen, nein, nicht nur…
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