Sonntag, 12. März 2023 um 17:06 Uhr WH Montag, 13. März 2023 14:06 Uhr
Immer wenn wir in der ARGE den Weg vom Eingang zum Aufzug nehmen, gehen wir an den vielen dort aufgehängten Plakaten vorbei, und manchmal ist auch ein richtiger “Hingucker” darunter, der uns einen Augenblick lang zum Innehalten bringt … Was ist das für ein Typ, der da mit einemAnzug bekleidet tief im Wasser steht und einen dabei so undurchschaubar anschaut?Die Frage ließe sich am Mittwoch, 8. März um 20 Uhr in der nämlichen ARGE vertiefen, wohl auch in Richtung eventueller Antwort, denn da spielt er zum ersten Mal selbst in Salzburg. Doch eins fällt bei der Betrachtung der Kunstperson Oskar Haag auf, zwischen allen Annäherungen an das blutjunge Pop-Phänomen bleibt eine abgründig attraktive Ambivalenz bestehen, die uns schwer bezaubert.
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(artarium 2011 – Museau & Sternenhund)
Mir ist es beim Anschauen einiger seiner Interviews und Videos so ergangen, dass ich sprungbereitauf meiner inneren Sesselkante darauf lauerte, diesen vom Leben begünstigten Jüngling möglichst sofort in irgendein Schachterl zu verurteilen, nur damit ich dieser verstörend gleichzeitigen Nähe und Distanz, die Oskar Haag da ununterbrochen verströmt, nicht länger schutzlos ausgeliefert bin.
Doch der Zugriff auf definierbare Kasterln und Abstraktionen war mir überraschend unmöglich und ich gab mich dem oszillierenden Wechselspiel aus Anziehung und Befremden hin, das ja irgendwie auch das Wesen jedes gelungenen Kunstwerks ausmacht.
Peter Gabriel hat einmal vor vielen Jahren (als er noch in Kostüm und Maske auftrat), das Geheimnis jeder wirklich wirksamen Darbietung als die “richtige” Mischung aus Offenbarung und Verschleierung bezeichnet.
Es geht also ums Herzeigen und ums Verstecken – aber gleichzeitig und ausgewogen. Da kann ich mich verbinden ohne zu verschwinden. Das beglückt – und schmerzt zugleich. Das kann Kunst sein …
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Dieses angewandte Paradoxon, in dem sich scheinbare Gegensätze zum lebenden Nichtwiderspruch in sich selbst verbinden, das die ureigensten Phantasien anhand einer Projektionsperson erst ermöglicht (und vor allem in endlosen Kaskaden von Bildern, Gefühlen und Assoziationen aufrecht erhält), ließe sich als ein befreiendes Zusammenwirken von Sinnsuche und Unverfügbarkeit verstehen. Als ungreifbare Intimität in einem dauernden Augenblick. Oder, wie Oskar Haag meint,als Liebe:
“John Lennon hat es sehr einfach gesagt: All you need is love. Und genau so ist es.”
Mir geht es wie dem Borchert. Naja, doch nicht so ganz. Aber schon auch irgendwie. Denn da will ein Text aus mir heraus, ein langer Text, für den ich (jedenfalls diese Woche) viel zu wenig Zeit habe. Und auch wenn es nicht meine Restlebenszeit ist,…
Seit einiger Zeit tauchen sie wieder öfter auf, die 70er und 80er Jahre, speziell im Hinblick auf die radikalen Einflüsse von Punk, New Wave und D.I.Y. (“Do it yourself”) auf die Musikkultur jener Zeit und darüber hinaus auf weite Teile des Musik- und Kunstschaffens bis…
“It was a simple idea; to create a festival out of all the brilliant music and art made all over the world, stuff made outside of the mainstream – music that wasn’t getting on the radio and was even harder to find in record stores…
Binario bedeutet im Italienischen Bahnsteig oder Bahngleis und dient uns hier als Metapher für unsere Begegnung mit dem Nichtbinären. Binario Due bedeutet also, dass es nicht mehr nur eingleisig weiter geht, auf einer einzigen eingleisigen Strecke, die genau zwei festgelegte Schienen hat, rechts/links, schwarz/weiß, männlich/weiblich.…
Nunmehr, was wäre Werbung in einem nichtkommerziellen Medium? Und wenn ja, wie könnte das ausschauen oder besser noch, sich anhören? Schließlich sind wir ja im Radio und “Das Beste gibt es nicht zu kaufen.” Bewirkt solch Vorhaben nicht gehörigen Gegenwind? Mitnichten. Denn “auf etwas aufmerksam…
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